Der Standard Qi2 markiert einen wichtigen Schritt im Bereich des kabellosen Ladens. Ziel ist es, die magnetischen Systeme zwischen den Herstellern zu vereinheitlichen, die Ausrichtung zwischen Telefon und Ladegerät zu verbessern und stabilere Geschwindigkeiten zu bieten. Theoretisch soll Qi2 die klassischen Probleme des kabellosen Ladens lösen: Energieverlust, übermäßige Erwärmung und unsichere Positionierung.
Aber eine Frage taucht immer wieder auf:
Welche Smartphones profitieren heute wirklich von Qi2, und welche nutzen es nur teilweise?
Entgegen der Annahme ist die Kompatibilität nicht immer offensichtlich. Einige Modelle sind zertifiziert, andere nur „Qi2 bereit“ über Zubehör, und wieder andere begnügen sich mit einer traditionellen Qi-Unterstützung mit reduzierter Leistung.
Wenige Hersteller haben bisher Qi2 vollständig integriert. Apple hat einen Vorsprung, während die Android-Seite schrittweise, Modell für Modell, voranschreitet.
Die Qi2-Zertifizierung erfordert präzise Bedingungen: integrierte Magnete, Kalibrierung zwischen dem Magnetring und dem Ladeblock, verstärkte Wärmeverwaltung und Kommunikation zwischen Smartphone und Ladestation.
Hier ist ein Überblick basierend auf den Daten der Hersteller und den verfügbaren Zertifizierungen.
Apple hat das magnetische Laden bereits 2020 eingeführt. Ergebnis:
Alle iPhones ab dem iPhone 12 gelten als nativ Qi2-kompatibel.
Bestätigte Liste:
– iPhone 12, 12 mini, 12 Pro, 12 Pro Max
– iPhone 13 (die gesamte Reihe)
– iPhone 14 (die gesamte Reihe)
– iPhone 15 und 15 Pro (offiziell Qi2-kompatibel dank der bereits auf den Standard ausgerichteten internen Magnete)
Warum ist Apple bereits ausgerichtet?
Weil Qi2 ein magnetisches System integriert, das MagSafe sehr ähnlich ist. Der Übergang war daher natürlich: Die Magnete, die Anordnung und die thermischen Maßnahmen erfüllten bereits die Voraussetzungen.
Laut dem Wireless Power Consortium entsprechen diese Modelle bereits den Qi2-Kriterien dank ihrer ursprünglich für MagSafe konzipierten internen Architektur.
Die Android-Situation entwickelt sich schnell. Mehrere Hersteller haben ihre ersten nativ kompatiblen Modelle angekündigt.
Die jüngsten Beispiele umfassen:
– einige für 2024–2025 angekündigte Modelle bei Xiaomi, Honor, Nothing und OnePlus, die direkt ein Qi2-kalibriertes Magnetmodul integrieren
– einige in China und Indien verkaufte Geräte, deren globale Versionen schrittweise Qi2 übernehmen
Im Gegensatz zum iPhone integrieren die meisten aktuellen Android-Telefone jedoch keine internen Magnete, was die vollständige Nutzung des Standards einschränkt.
Hier wird der nächste Abschnitt wichtig.
Einige Hersteller haben einen anderen Ansatz gewählt: Geräte anzubieten, die „Qi2 bereit“ sind, d.h. Qi2 nutzen können, sofern ein kompatibles magnetisches Zubehör hinzugefügt wird.
Das jüngste Beispiel: die Samsung Galaxy S25
Samsung hat bestätigt, dass die Serie Galaxy S25 alle Qi2-Funktionen nutzen kann, jedoch nur mit einem offiziellen magnetischen Etui.
Ohne dieses Etui bleibt das Telefon auf eine klassische Qi-Ladung beschränkt.
Das bedeutet, dass die interne Hardware kompatibel ist, aber das Fehlen eines integrierten Magnetrings verhindert die perfekte Positionierung, die für den Qi2-Standard erforderlich ist.
Andere Marken verfolgen die gleiche Logik:
– Oppo
– Realme
– Vivo
Dieser Ansatz vermeidet es, Magnete im Telefon zu platzieren, ermöglicht jedoch dennoch den Zugriff auf Qi2 über ein Zubehör.
Es handelt sich also um eine bedingte Kompatibilität und nicht um eine native.
Viele Modelle, die vor 2023 herauskamen, bleiben mit kabellosem Laden kompatibel, jedoch nur über den Standard-Qi.
Das bedeutet mehrere Dinge:
– Keine magnetische Ausrichtung.
– Variable Leistung je nach Positionierung.
– Langsameres und manchmal instabiles Laden.
– Häufigere Erwärmung.
Öffentliche Tests zeigen, dass ein klassisches Qi-Telefon zwischen 20 und 35 % der effektiven Leistung verlieren kann, wenn die Platzierung nicht optimal ist.
Qi2 reduziert diesen Verlust erheblich dank des kalibrierten Magnetrings.
Diese Modelle können daher niemals vollständig von Qi2 profitieren, selbst mit einem magnetischen Etui, da der zentrale Magnet auf der Telefonseite integriert sein muss, um die Qi2-Kommunikation zu aktivieren.
Um Verwirrung zu vermeiden, hier eine zuverlässige Überprüfungsmethode.
1 Suche in der Datenbank des Wireless Power Consortium
Dies ist die einzige Quelle, die offiziell die Qi2-Zertifizierungen veröffentlicht.
Wenn das Modell dort nicht erscheint, ist es nicht zertifiziert.
2 Überprüfung des Herstellerdatenblatts
Einige Hersteller geben jetzt klar „Qi2 zertifiziert“ oder „Qi2 kompatibel mit magnetischem Etui“ an.
3 Überprüfung auf einen integrierten Magnetring
Wenn Ihr Smartphone einen internen Magnetring besitzt (wie bei iPhones seit 2020), ist es sehr wahrscheinlich, dass es Qi2-kompatibel ist.
4 Überprüfung unabhängiger Tests
Einige Smartphones laden sich auf Qi2, jedoch mit reduzierter Leistung, was auf eine eingeschränkte Kompatibilität hinweist.