Der Bildschirm ist zum Hauptkontaktpunkt zwischen dem Benutzer und seinem Smartphone geworden. Beim Xiaomi 13 wird die Anzeigequalität oft für ihre Helligkeit und ihren Kontrast gelobt. Dennoch wirft ein viel diskreterer Parameter bei einigen Benutzern Fragen auf: das PWM mit 240 Hz. Hinter diesem Akronym verbirgt sich eine Methode zur Helligkeitssteuerung, die bei empfindlichen Personen Augenbeschwerden hervorrufen kann. Zwischen Kopfschmerzen, einem Gefühl visueller Anspannung und anhaltendem Unbehagen verdient das Thema besondere Aufmerksamkeit, zumal diese Effekte nicht bei jedem gleich auftreten.
Das Xiaomi 13 verwendet einen OLED-Bildschirm, eine Technologie, bei der jeder Pixel sein eigenes Licht emittiert. Um die Helligkeit anzupassen, reduziert das Smartphone nicht immer kontinuierlich die Lichtintensität. Es verwendet ein Verfahren namens PWM, für Pulsweitenmodulation.
Konkret wird die Helligkeit durch einen sehr schnellen Wechsel zwischen Ein- und Ausschalten der Pixel gesteuert. Bei 240 Hz flackert der Bildschirm 240 Mal pro Sekunde. Dieses Flackern ist für die Mehrheit der Benutzer mit bloßem Auge unsichtbar, kann jedoch indirekt vom visuellen System wahrgenommen werden, insbesondere bei geringer Helligkeit.
Je niedriger die Frequenz, desto wahrscheinlicher ist es, dass das Phänomen bei einigen Personen Unbehagen hervorruft.
Die Empfindlichkeit gegenüber PWM variiert stark von Person zu Person. Einige Menschen können einen Bildschirm mit 240 Hz stundenlang nutzen, ohne das geringste Unbehagen zu verspüren. Andere hingegen empfinden eine schnelle Ermüdung, manchmal innerhalb weniger Minuten.
Augenärzte erklären dieses Phänomen durch die permanente Mikroadaptation des Auges. Auch wenn das Flackern nicht bewusst wahrgenommen wird, verarbeitet das Gehirn diese Lichtschwankungen. Bei empfindlichen Personen kann dies zu einer allmählichen visuellen Überlastung führen.
Laut einer im Journal of Vision veröffentlichten Studie sind etwa 10 bis 15 % der Benutzer empfindlich gegenüber niedrigen PWM-Frequenzen, mit ausgeprägteren Symptomen in dunkler Umgebung.
Beim Xiaomi 13 wird das PWM präsenter, wenn die Helligkeit reduziert wird. In Innenräumen oder abends verringert der Bildschirm seine Intensität, was die Dauer der Ausschaltphasen der Pixel erhöht. Das Flackern wird dann deutlicher.
Messungen unabhängiger Labore zeigen, dass unter 30 % Helligkeit die Amplitude des PWM stark zunimmt. Unter diesen Bedingungen empfinden empfindliche Benutzer am häufigsten Augenbelastungen, Kribbeln oder ein Druckgefühl hinter den Augen.
Bei hoher Helligkeit ist das PWM weniger wahrnehmbar, da die Einschaltphasen länger und regelmäßiger sind.
Analysen mit dem Oszilloskop bestätigen, dass das Xiaomi 13 tatsächlich ein PWM mit 240 Hz verwendet, ohne automatische Umschaltung auf eine höhere Frequenz. Zum Vergleich: Einige neuere Smartphones verwenden Frequenzen von 480 Hz, 960 Hz oder sogar 1920 Hz, was die Wahrnehmung des Flackerns stark reduziert.
Beim Xiaomi 13 bleibt die Amplitude des Signals stabil, aber die Frequenz kann bei den empfindlichsten Benutzern Probleme verursachen. Die Messungen zeigen auch, dass das PWM über einen großen Helligkeitsbereich aktiv ist und nicht nur bei sehr niedrigen Pegeln.
Die Rückmeldungen betroffener Benutzer berichten von wiederkehrenden Empfindungen. Die häufigsten sind eine schnelle visuelle Ermüdung, Schwierigkeiten, den Bildschirm über einen längeren Zeitraum zu fixieren, und manchmal leichte bis mäßige Kopfschmerzen.
In einigen Fällen tritt ein Unbehagen nach 20 bis 30 Minuten kontinuierlicher Nutzung auf, insbesondere beim Lesen oder längeren Scrollen von Textinhalten. Diese Symptome verschwinden in der Regel nach einer Pause, was den Zusammenhang mit der Bildschirmexposition verstärkt.
Es ist wichtig zu beachten, dass diese Effekte nicht universell sind und nur eine Minderheit der Benutzer betreffen.
Das PWM ist nicht spezifisch für das Xiaomi 13. Die Mehrheit der OLED-Bildschirme verwendet es. Der Unterschied liegt in der verwendeten Frequenz und der Art und Weise, wie die Helligkeit gesteuert wird.
Ein Bildschirm mit 240 Hz erzeugt ein langsameres Flackern als ein Bildschirm mit 960 Hz. Auch wenn beide mit bloßem Auge unsichtbar bleiben, kann das Nervensystem unterschiedlich reagieren. Aus diesem Grund fühlen sich einige Benutzer auf einem neuen OLED-Smartphone wohl, empfinden jedoch Unbehagen bei einem anderen Modell, das auf dem Papier vergleichbar ist.
Auch wenn die PWM-Frequenz des Xiaomi 13 nicht direkt geändert werden kann, gibt es mehrere Lösungen, um das Unbehagen zu reduzieren. Eine der effektivsten besteht darin, die Helligkeit leicht zu erhöhen, auch in Innenräumen. Dies reduziert die Amplitude des Flackerns und macht das Phänomen weniger wahrnehmbar.
Die Aktivierung des dunklen Modus kann ebenfalls helfen, indem sie sehr helle Bereiche begrenzt und aggressive Kontraste reduziert. Einige Benutzer bemerken eine deutliche Verbesserung, wenn sie eine moderate Helligkeit mit einem dunklen Thema kombinieren.
Das Xiaomi 13 verfügt über einen einstellbaren Blaulichtfilter. Auch wenn dieser Filter nicht direkt auf das PWM wirkt, trägt er zur Reduzierung der allgemeinen visuellen Anspannung bei. Durch die Verringerung der blauen Komponente muss das Auge weniger Anpassungsaufwand leisten, insbesondere am Abend.
Studien zeigen, dass die Reduzierung des blauen Lichts das Gefühl der visuellen Ermüdung bei Benutzern, die lange einem Bildschirm ausgesetzt sind, um 15 bis 25 % verringern kann. In Kombination mit einer gut eingestellten Helligkeit bietet diese Option zusätzlichen Komfort.